Psychotherapeutische Methoden
- integrativ - individuell angepasst -

Nicht jede Therapiemethode passt zu jedem Menschen. Gemeinsam finden wir heraus,
welche Vorgehensweise am besten zu Ihnen passt.
Wissenswertes zu den von mir - integrativ - genutzten wissenschaftlich anerkannten Therapieverfahren finden Sie hier.

Warum Verhaltenstherapie ?
Die Verhaltenstherapie (VT) ist gekennzeichnet durch Transparenz, da die Therapeutin ihren Patienten das Störungs- und Therapiemodell zusammen mit den zugrundeliegenden Hypothesen und Befunden ausführlich darstellt. Die VT hat sich seit ihrer Entstehung offen gezeigt für neue Entwicklungen und Behandlungsstrategien unter Beibehaltung bewährter Erkenntnisse. War für die VT anfangs nur das "Verhalten" interessant, konzentriert sie sich inzwischen differenziert auf Kognitionen, auf Emotionen (und deren Regulation) und dies unter Einbeziehung der je individuellen Lebensgeschichte ("wie wir wurden, was wir sind") sowie des aktuellen Lebensumfeldes von Patienten. Das Konzept der "Achtsamkeit" ist integriert worden, genauso wie die klar definierte Werte-Orientierung einen festen Platz bekommen hat. Auch die Arbeit mit inneren Anteilen der Persönlichkeit spielt in einigen Verfahren eine Rolle. Und und und. Die Verhaltenstherapie hat viele Quellen, sie ist bereit, ihre Konzepte und Vorgehensweisen immer wieder im Lichte neuer wissenschaftlicher Befunde und Erkenntnisfortschritte zu diskutieren und anzupassen. Diese Integrationsbereitschaft ist ihr großer Vorteil. Dadurch sind die Möglichkeiten für das Finden individuell auf den Patienten zugeschnittener Therapiemethoden und -strategien sehr umfangreich. Quelle: M. Bohus, K. Grawe, M. Hautzunger, S.C. Hayes, Kabat-Zinn, J. Margraf, F. Schultz von Thun; J.E. Young, G. Zarbock
Biographisch-systemische Verhaltenstherapie
Die "Biografisch-Systemische Verhaltenstherapie (BSVT) von Gerhard Zarbock gehört heute zum Standard in der Ausbildung von Verhaltenspsychotherapeuten. Die Lebensgeschichte von Patienten - insbesondere ihre Beziehungen zu anderen von Kindheit an - sowie die Verarbeitung dieser Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für Diagnostik und die Therapie - angepasst an die persönlichen Bedürfnisse der Patienten. Denn unsere (Lern-)Erfahrungen in der Lebensgeschichte beeinflussen unsere Psyche. Wenn (z.B.) in der Kindheit wichtige menschliche Grundbedürfnisse, wie die nach Zugehörigkeit und Wertschätzung nicht erfüllt werden konnten, ein Kind vielleicht sogar Ablehnung und Abwertung in der Familie erleiden musste, dann glaubt es oft, schuldig zu sein, nicht richtig zu sein, und möchte deswegen vielleicht immer alles richtig machen, um nicht weiter abgelehnt zu werden. Daraus können sich bleibende innere Glaubenssätze entwickeln, wie z.B. „nur wenn ich alles richtig mache, nicht widerspreche, werde ich anerkannt“. Sie bestehen oft unreflektiert im Erwachsenenalter weiter und schaden den Betroffenen sehr. Ein stabiles Selbstwerterleben kann so nicht entwickelt werden. Diese negativen Glaubenssätze lösen Gefühle wie Angst, Scham, auch Niedergeschlagenheit aus, woraus entsprechendes Verhalten (z.B. Rückzug oder zu allem "Ja" sagen oder sich permanent überfordern) resultiert. Kommen dann noch aktuelle Stressbelastungen bzw. Krisen dazu, können psychische Erkrankungen entstehen. BSVT legt die ursächlichen Lern-Erfahrungen offen, analysiert die verzerrten (oft automatisiert ablaufenden) Erlebens-, Denk- und Verhaltensmuster, die heute für die psychischen Probleme mit verantwortlich sind. In der Therapie geht es um die Vermittlung und Einübung passender Therapietechniken zur Verbesserung der Selbsterkenntnis, der Selbststeuerungsfähigkeit und auch der Selbstfürsorge von Patienten. Dazu ist es u.a. wichtig, vorhandene Ressourcen bzw. Stärken mit einzubeziehen, Fähigkeiten zum Umgang mit starken Gefühlen auszubauen, mehr Gelassenheit und Entspannung im Alltag einzuüben. Meine therapeutische Arbeit im Einzelnen richtet sich immer nach Ihren Bedürfnissen, nach Ihren Kern-Zielen. Als Kernziele bezeichnen wir Ziele, die innerhalb der begrenzten Therapiezeit zu erreichen sind. Quelle: G. Zarbock 2008
Metakognitive Therapie
(MKT), entwickelt von Adria Wells, legt den Schwerpunkt nicht vornehmlich auf den Inhalt sondern auf den Umgang mit negativen Gedanken. Die (meist unreflektierte) Überzeugung, durch Grübeln und "sich Sorgen machen" Probleme zu lösen, ist falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Der ständige Blick auf Gefahren hält Betroffene in Daueranspannung und ihre negativen Gedanken und Gefühle nur weiter aufrecht. Die Gedanken erhalten dadurch unrealistisch viel Bedeutung und der Blick auf Lösungen bleibt versperrt. Die MKT hilft, wieder Kontrolle über Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, Gedanken als flüchtige mentale Ereignisse zu sehen, denen Sie nicht automatisch Glauben schenken müssen und die Sie loslassen lernen können (Bsp. Gedanken darüber, was alles Schlimmes passieren kann: wie ein Autounfall, ein Überfall, eine plötzliche Krankheit). Quelle: P. Fischer, A. Wells: MKT
Cognitiv-Behavioral-Analysis-System of Therapie,
(CBASP) von James P. McCullough, richtet sich vor allem an Menschen, die unter einer lang anhaltenden oder immer wiederkehrenden Depression leiden. Viele Betroffene haben prägende belastende Beziehungserfahrungen (meist schon in der Kindheit) erleiden müssen. Ihre Bedürfnisse wurden oft nicht gesehen und nicht erfüllt. Dadurch konnte bei ihnen der Eindruck entstanden sein, dass Beziehungen grundsätzlich enttäuschend verlaufen, was die Entwicklung von Depressivität befördert. CBASP möchte helfen, diese Erfahrungen nicht nur zu verstehen, sondern im therapeutischen Kontakt und im Alltag neue, korrigierende Erfahrungen zu machen. Dadurch kann das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in zwischenmenschliche Beziehungen wieder wachsen. CBASP unterstützt • sich selbst und andere besser zu verstehen, • den eigenen Einfluss auf Situationen wieder zu erkennen, • aus festgefahrenen Mustern auszusteigen, • Beziehungen bewusster und zufriedenstellender zu gestalten, • und neue Hoffnung und Lebensfreude zu entwickeln. Quellen: J.Mc Gullough, Brakemeier & Buchholz

Emotionsregulation
Probleme in der Emotionsregulation lassen sich bei vielen verschiedenen psychischen Störungen beobachten. Deren Verbesserung ist daher ein wichtiger Faktor für den Therapieerfolg. Emotionen haben starken Einfluss auf unsere jeweilige Befindlichkeit, die körperliche Erregung, die Aufmerksamkeit und die Handlungsbereitschaft (Impulse). Sie wurden im Laufe der Evolution entwickelt, um (nicht nur) der Spezies Mensch das Überleben zu sichern. So verhelfen uns Angst und Wut beispielsweise umgehend zu viel körperlicher Energie, um dem zugehörigen Handlungsimpuls (wegzulaufen oder anzugreifen) folgen zu können. Ist unser Gegenüber ein gefährliches Tier, dann ist dies von Vorteil. Doch in der heutigen komplexen Welt ist es selten so eindeutig. Und Gefühle haben nicht per se recht, wie viele Patienten mit (z.B.) Angststörungen nur zu gut wissen. Emotionen treten selten einzeln auf, sondern dem ersten (primären) Gefühl folgen zumeist weitere, nicht selten gemischte, widersprüchliche. Und diese multiplen Emotionen können stabile Netzwerke bilden (wie z.B. Traumanetzwerke, die typischerweise Angst, Kränkung, Scham, Schuldgefühle verbinden). Tool, Trainings, Module vermitteln ein Grundverständnis für die Prozesse der Emotionsverarbeitung. Sie geben grundlegende Fertigkeiten an die Hand, für eine größere Toleranz gegenüber problematischen Emotionen und für einen besseren Umgang mit ihnen - und zwar über ganz konkrete und praktische Übungen. Damit können wir auch Stress besser regulieren und die Selbstwertregulation stärken, können Lebenszufriedenheit sowie körperliche und psychische Gesundheit erhalten. In meiner Behandlung finden die Tools der Dialektisch-Behavioralen-Therapie (DBT von Linehan, Bohus), die Tools von Eismann und Lammers sowie das Training emotionaler Kompetenzen (TEK von Berking) besondere Beachtung. Quellen: M. Bohus, M. Berking, G. Eismann & C.H. Lammers
Wofür ist Achtsamkeit gut?
ACHTSAMKEIT (engl.: mindfulness) hat in den letzten Jahrzehnten erfolgreich Einzug in die psychotherapeutischen Konzepte nicht nur der Verhaltenstherapie gehalten. Eine wesentliche Grundlage ist die buddhistische Tradition. In der Psychotherapie wird Achtsamkeit genutzt, * um die Wahrnehmung der eigenen Emotionen sowie den Umgang damit zu verbessern, • Abstand zu automatischen Verhaltensweisen zu entwickeln und • eine akzeptierende, wertschätzende und verbundene Einstellung zu sich selbst und der Welt zu entwickeln. Damit können wir lernen, • Stress vorzubeugen bzw. besser zu bewältigen, innere Ruhe zu stärken, • psychische Probleme langfristig in den Griff zu bekommen, • können unser Leben bewusster und zufriedener gestalten, letztlich glücklicher leben. Was genau meint "Achtsamkeit"? Achtsamkeit bedeutet in unserem Zusammenhang "klare Geistesgegenwart" - und meint die volle ungefilterte Aufmerksamkeit für den Augenblick in all seinen Facetten. Wichtige Merkmale: • Achtsamkeit heißt, bewusst den gegenwärtigen Moment wahrnehmen, • akzeptieren, annehmen, was im Moment da ist, ohne sofort dagegen anzukämpfen, • nicht bewerten, Gedanken und Gefühle beobachten, ohne sie sofort als gut oder schlecht einzuordnen. • Selbstfürsorge sich selbst mit Freundlichkeit und Mitgefühl begegnen – besonders in schwierigen Situationen. Achtsamkeit ist keine Technik, die man perfekt beherrschen muss. Sie ist eine Haltung, die mit regelmäßiger Übung dabei helfen kann, bewusster, gelassener und freundlicher mit sich selbst und anderen umzugehen. Quellen: u.a. G.C. Giacobbe; J.K. Zinn; M.Bohus
Mindfulness-Based Stress-Reduction,
MBSR bedeutet Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Das Programm wurde von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn entwickelt. Ziel ist es nicht, Probleme zu beseitigen, sondern einen hilfreichen Umgang mit ihnen zu entwickeln. Achtsamkeit hilft Ihnen, • Stress früher zu erkennen, • automatische Reaktionen zu unterbrechen, • Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen, • freundlicher mit sich selbst umzugehen, • und innere Ruhe sowie Lebensqualität zu stärken. Die wichtigsten Übungen sind: * Body Scan – Den Körper aufmerksam wahrnehmen. * Atemmeditation – Den Atem als Ruheanker nutzen. * Sitzmeditation – Gedanken und Gefühle beobachten, ohne sich von ihnen mitreißen zu lassen. * Achtsame Bewegung – Sanfte Bewegungen bewusst ausführen. * Achtsamkeit im Alltag – Zum Beispiel beim Essen, Spazierengehen oder Zähneputzen ganz im Moment sein. „Man kann die Wellen des Lebens nicht aufhalten. Aber man kann lernen, auf ihnen zu surfen.“ Jon Kabat-Zinn Quelle: J. Kabat-Zinn: Gesund durch Meditation
Akzeptanz- und Commitmenttherapie
Die ACT von Steven C. Hayes, geht davon aus, dass schwierige Gedanken, Gefühle und Erinnerungen zum Leben gehören, und nicht vollständig vermieden oder beseitigt werden können. Das Ziel der Therapie ist daher, mit ihnen so umzugehen, dass sie das Leben nicht mehr bestimmen. ACT hilft Ihnen, • belastende Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, ohne gegen sie kämpfen zu müssen, ihnen nicht mehr automatisch zu glauben, • bewusst im gegenwärtigen Moment anzukommen, • sich selbst mit Freundlichkeit und Mitgefühl zu begegnen, • herauszufinden, was Ihnen im Leben wirklich wichtig ist (persönliche Werte, wie Familie, Verantwortung, Mitgefühl ...), • und trotz Schwierigkeiten Schritte in diese Richtung zu gehen. ACT möchte langfristig erreichen, innerlich beweglicher und insgesamt gelassener zu werden, mehr Lebensqualität zu gewinnen, und auch in schwierigen Zeiten ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen. Quellen: S. C. Hayes, G.H. Eifert
Compassion-Focused Therapy
Die CFT, entwickelt von Paul Gilbert, basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie, allerdings erweitert um mitgefühlsbasierte Ansätze. Ziel ist es, Menschen zu helfen, eine wohlwollende und unterstützende Haltung gegenüber sich selbst und anderen zu entwickeln, insbesondere bei stark ausgeprägter Selbstkritik, Scham oder emotionalen Blockaden. CFT nutzt eine Vielzahl von Techniken, wie (z.B.) Achtsamkeitsübungen, Übungen zur Stärkung des Beruhigungs- und Fürsorgesystems; Exposition und kognitive Umstrukturierung, um Ängste, Blockaden und Widerstände gegenüber Mitgefühl zu überwinden. Die Therapie legt besonderen Wert darauf, Sicherheits- und Geborgenheitsgefühle zu entwickeln, die für eine gesunde Emotionsregulation notwendig sind. Quelle: C. Christian, Th-Tools


Wie viele bin ich?
Es existieren in der Psychologie verschiedene Annahmen, was unser „Ich“, unsere Persönlichkeit ausmacht, wie sie aufgebaut ist (Struktur), wie sie sich entwickelt und welche Prozesse innerhalb der Persönlichkeit ablaufen (Dynamik). In der modernen Psychotherapie haben sich zunehmend Annahmen durchgesetzt, welche die Persönlichkeit nicht als etwas Homogenes und Statisches ansehen. Vielmehr wird von verschiedenen Persönlichkeitsanteilen ausgegangen, als einem normalen Organisationsprinzip der Psyche, das unsere Vielschichtigkeit erklärt. Die Persönlichkeitsanteile, auch als Innere Anteile, Ich-Zustände oder Unterpersönlichkeiten bezeichnet, bilden sich im Laufe unserer psychischen Entwicklung heraus. Sie entfalten sich eigenständig durch Erfahrungen, insbesondere in der Kindheit, und können sowohl positive als auch problematische Funktionen übernehmen. Diese Sichtweise bekommt längst Unterstützung durch die moderne Hirnforschung, nach welcher - vom Gehirn aus gesehen - sich ein „Ich-Zustand“ aus einem Cluster neuronaler Feuerungsmuster zusammensetzt, in denen bestimmte Verhaltensweisen, Gefühlslagen und der Zugang zu bestimmten Erinnerungen eingebettet sind. Bekanntes Beispiel ist das "Innere Kind", das frühkindliche Erfahrungen speichert und in der therapeutischen Arbeit genutzt wird, um alte Verletzungen zu bearbeiten und ein umfassendes Selbstverständnis zu fördern. Ein anderes Beispiel ist der viel zitierte "Innere Kritiker". Es existieren verschiedenste Klassifizierungen von inneren Anteilen, je nach psychologischer bzw. psychotherapeutischer Ausrichtung. Dazu gehören z.B.: •Über-Ich, Ich und Es (historische Tiefenpsychologie, S. Freud) •Ego-States (Ego-State-Therapie von J.+H. Watkins) •kognitiv-affektive Schemata (Schematherapie von J.E. Young) •inneres Team (systemischer Ansatz, Schultz van Thun) bzw. •innere Seiten (systemische Hypnotherapie, G. Schmidt) . •Täter- und Opfer-Introjekte (Trauma-Therapie, ursprgl. geprägt von S. Ferenczi) •Innere Familie (Internal Family System von R.C. Schwartz) In der Arbeit mit Teile-Therapiemodellen geht es nicht darum, unliebsame Innere Anteile zu bekämpfen. Vielmehr geht es um ein • Bewusstwerden automatischer Reaktionsmuster bzw. um das Erkennen eigener Innerer Anteile in ihrem wechselseitigen Wirken, • Verstehen Innerer Anteile (z.B. verletzter, verdrängter, wütender, selbstkritischer, aber auch kreativer, glücklicher Anteile) aus ihrer biographischen Entwicklung heraus, • um die Würdigung (z.B. des inneren Kritikers oder Antreibers) in ihrer ursprünglichen Schutzfunktion • und schließlich geht es um ihre Integration in das „Innere Team“. Aus der Perspektive der Hirnforschung bedeutet dies, eine bessere Koordination zwischen limbischen (emotionale Regulation) Strukturen und dem präfrontalen Kortex (Selbst-Kohärenz) zu erreichen. Das führt zu tieferer Selbsterkenntnis, zur Heilung innerer Konflikte, Belastungen. Die Arbeit mit unseren inneren Anteilen unterstützt bessere Selbstregulation, Sinnfindung, Mitgefühl, Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit. Und damit erhöht sie unsere Widerstandskraft und emotionale Flexibilität. Quellen u.a.: S.Freud, J. Young, J.+H. Watkins, W. Hartmann, J. Peichl, D.J. Siegel, Schultz van Thun, G. Schmidt, R.C. Schwartz
Ego - State - Therapie
Der Ego-State-Therapie von John- und Helen Watkins zufolge besteht die Persönlichkeit aus verschiedenen Teilpersönlichkeiten (Ego-States), die unterschiedliche Erfahrungen, Gefühle und Funktionen repräsentieren. Besonders belastende oder traumatische Erfahrungen können zu abgespaltenen oder konfliktbeladenen Anteilen führen. Ziel der Therapie ist es, die einzelnen Persönlichkeitsanteile wahrzunehmen, ihre Bedürfnisse zu verstehen, inneren Konflikte zu lösen und ein kooperatives Zusammenwirken der Anteile zu fördern. Quelle: u.a. W. Hartmann
Schematherapie
Die Schema-Therapie (Jeffrey Young) geht davon aus, dass belastende Kindheits- bzw. Lebenserfahrungen zu tief verwurzelten Denk-, Gefühls- und Verhaltensmustern (Schemata) führen. Diese werden in bestimmten Situationen aktiviert und beeinflussen (oft unbewusst) das Erleben und Handeln. Das schematherapeutische Modus-Modell versteht die Persönlichkeit als Zusammenspiel unterschiedlicher Modi (Erleben und Verhalten in bestimmten Situationen). Dazu gehören verschiedene (z.B. verletzter oder ärgerlicher und auch glücklicher) Kindmodus sowie auch der (strafende oder fordernde) Elternmodus, dazu verschiedene oft ungünstige Bewältigungsmodi sowie der Modus des "gesunden Erwachsenen". Therapieziel ist, ungünstige Schemata und Bewältigungsstrategien zu erkennen, emotionale Grundbedürfnisse nachträglich angemessen zu befriedigen (Reparenting) und "gesunde Erwachsenenmodi" zu stärken. Quellen: u.a. J. Young; L. Brüderl
Traumatherapie, was ist das?
Manche Menschen verarbeiten traumatische Erfahrungen mit der Zeit ohne professionelle Hilfe. Andere sind körperlich und seelisch extrem überfordert. Die Erinnerungen sind so belastend, als wäre das Ereignis gerade erst geschehen. Wichtig zu wissen: Traumatherapie bedeutet nicht, das Erlebte zu vergessen. Sie hilft dabei, sich an das Geschehene erinnern zu können, ohne es immer wieder neu durchleben zu müssen. Es soll vielmehr seinen belastenden Charakter verlieren und als Teil der eigenen Lebensgeschichte eingeordnet werden. Dafür können unterschiedliche wissenschaftlich anerkannte Verfahren eingesetzt werden. Welche Therapiemethode wir wählen, richtet sich nach Ihren individuellen Bedürfnissen. In der Behandlung bestimmen Sie das Tempo. Wir erörtern zusammen, ob, wann und wie belastende Erinnerungen bearbeitet werden. Die Kontrolle darüber haben immer Sie selbst. Am Anfang steht die sog. "Psychoedukation": Verstehen, wie ein Trauma und seine Folgen entstehen und warum die Auseinandersetzung damit sinnvoll und notwendig ist. Die Traumatherapie erfolgt dann schrittweise: 1. Stabilisierung Zunächst werden Methoden erarbeitet, die helfen, sich sicherer zu fühlen und mit belastenden Gefühlen besser umzugehen. 2. Verarbeitung Erst wenn genügend Stabilität vorhanden ist, werden belastende Erinnerungen behutsam bearbeitet. 3. Integration Ziel ist, die Erfahrungen so zu verarbeiten, dass sie schließlich nicht mehr den Alltag der Betroffenen bestimmen. Ein Trauma kann tiefe Spuren hinterlassen – doch das Gehirn bleibt ein Leben lang lernfähig. Mit einer Traumatherapie können belastende Erinnerungen an Intensität verlieren, innere Sicherheit wachsen und neue Lebensfreude entstehen. Wenn Sie sich dazu entschließen, kontaktieren Sie mich, ich unterstütze Sie gern. Quellen: u.a. M. Schmucker, F. Shapiro
Eye Movement Desensitization and Reprocessing
EMDR wurde entwickelt von Francine Shapiro und bedeutet: „Desensibilisierung und Verarbeitung von (z.B.) traumatischen Erfahrungen durch geführte Augenbewegungen, (oder auch durch Töne oder wechselseitige sanfte Tabs (Klopfen)). Dabei versetzen sich die Patienten gedanklich in die traumatische Situation, während sie mit den Augen dem Finger der Therapeutin folgen, der sich nach links und rechts bewegt. In einer Sitzung wird diese bilaterale Stimulation mehrfach durchgeführt, bis die Belastung möglichst ganz gesunken ist. Anliegen dabei ist, zuvor formulierte hilfreiche positive Gedanken (z.B. "ich bin heute sicher und habe Einfluss") bei Auftreten der bearbeiteten Erinnerungen so zu verankern, dass sie in der Zukunft im Vordergrund stehen. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig bekannt. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse legen aber nahe, dass durch EMDR die Mechanismen im Hirn aktiviert werden, von denen man annimmt, dass sie die Verarbeitung von belastenden Erinnerungen beim Menschen ermöglichen. Unter bilateraler Stimulation erfolgt offenbar eine beruhigende Verschaltung der beteiligten Hirnareale. EMDR verläuft standardisiert in acht Phasen. Sie behalten jederzeit Kontrolle über das Geschehen. Die Dauer der Behandlung ist individuell verschieden. Zahlreiche Studien zeigen: EMDR wirkt relativ schnell, oft können schon nach wenigen Sitzungen deutliche Fortschritte erreicht werden. Quellen: K.R. Böhm, A. Hoffmann, S. Deimling
Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy,
IRRT, entwickelt von Mervyn Schmucker, ist eine Therapiemethode zur Verarbeitung (Wiederaufbereitung und Umschreibung) belastender Erinnerungen bzw. Traumata, ursprünglich ausgerichtet auf Missbrauchserfahrungen in der Kindheit. Sie nutzt die heilende Kraft der Imagination. Die IRRT arbeitet in sicherer Umgebung mit verschiedenen Persönlichkeitsanteilen als Protagonisten auf der "Inneren Bühne" des Patienten. Die wichtigsten Anteile sind das damalige Ich/ "kindliche Ich", das "erwachsene Ich" sowie der "Täter bzw. das Täterbild". Als Therapeutin gebe ich lediglich den formalen Rahmen der Imagination vor. Die inhaltliche Gestaltung ist Aufgabe des Patienten. Der Patient ist der Wissende, als Therapeutin helfe ich lediglich dabei, dieses Wissen zu entdecken. Die Behandlung läuft - nach einer Stabilisierungsphase - in drei Phasen ab. Der Patient hat auch hier die Kontrolle, entscheidet Tempo und Inhalt. Verkürzt zusammengefasst: Als erstes werden die belastende Situation erinnert und die schmerzhaften Gefühle wieder erlebt. In der zweiten Phase wird die belastende Situation "umgeschrieben". Der "Täter" wird durch Eingreifen des heutigen "erwachsenen Ich" des Patienten gestoppt und das "kindliche Ich" aus der Situation befreit. Dadurch wird aus dem Gefühl von ohnmächtiger Angst ein Gefühl der Kontrolle. In der dritten Phase erhält das "kindliche Ich" Trost und Schutz vom "erwachsenen Ich", um dessen inneres Sicherheitserleben zu stärken. In mehreren kontrollierten Studien zeigte die IRRT eine gleichbleibend gute Wirksamkeit bei posttraumatischen Störungen, ähnlich wie die EMDR. Quellen: M. Schmucker, R. Köster
Narrative Expositions Therapie,
Die NET ist eine Therapiemethode zur Behandlung von Traumatisierungen. Sie berücksichtigt die gesamte Biographie der Behandelten. "Narrativ" steht für Erzählen und "Exposition" für schrittweise Konfrontation. Entwickelt wurde sie vor allem für den Einsatz in Krisengebieten, wo traumatisierte Menschen nur wenige Behandlungssitzungen erhalten können. Die NET geht davon aus, dass menschliche Erinnerungen in zwei qualitativ unterschiedlichen Gedächtnissystemen abgespeichert werden, in einem assoziativen ( sog. heißen Gedächtnis) und einem Kontextgedächtnis (sog. kalten Gedächtnis). Während diese Gedächtnissysteme normalerweise gut zusammenarbeiten, kommt es bei der Speicherung traumatischer Erinnerungen zu einer Aufspaltung der beiden Systeme, was letztlich zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Traumasymptomen führt. Da die extreme Belastung und die Bedrohungsgefühle intensiv, aber ohne räumlichen und zeitlichen Kontext, abgespeichert werden, kommt es z.B. auch bei heutigen Aktivierungen der Gedächtnisinhalte zu starken emotionalen Reaktionen (Intrusionen). Im Rahmen der Psychoedukation wird über die Diagnose und die Behandlung aufgeklärt, und der Patient entscheidet, eine NET durchzuführen oder nicht. Die Kontrolle über das Vorgehen liegt auch hier bei dem Betroffenen. Dann wird eine Lebenslinie gelegt. Mit der detaillierten Erzählung insbesondere der traumatischen Erfahrungen lässt sich das Erlebte autobiographisch einordnen, verorten und integrieren im sog. "kalten Gedächtnis". Die Gesamtschau des eigenen Lebens ist mit einer Würdigung der Person und der Biographie des Überlebenden verbunden. Eine NET-Sitzung dauert 90 Minuten. Die Anzahl der Sitzungen richtet sich u.a. nach dem Schweregrad der Symptomatik. Zumeist sind um die zwölf Sitzungen erforderlich. Neben der NET gibt es noch andere narrative Ansätze in der Psychotherapie, z.B. "die Lebensrückblickstherapie" nach Andreas Maercker. Die Letztgenannte hat sich in meiner Arbeit mit älteren Patienten als sehr hilfreich erwiesen. Quellen: M. Schauer, F. Neuner, T. Elbert, S. Deimling
Dialektisch - Behaviorale - Therapie

Die DBT, von Marsha M. Linehan, ist ursprünglich zur Behandlung von chronisch suizidalen Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt worden. Die Therapie legt besonderen Wert auf die therapeutische Beziehung, auf Validierung (Verstehen und Akzeptieren) aktueller Gefühle und strukturierte dialektische Prozesse. Dialektisch meint die Fähigkeit, zwei scheinbare Gegensätze gleichzeitig zu berücksichtigen: einerseits die Akzeptanz der eigenen Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen, andererseits die aktive Arbeit an Veränderung und Verbesserung dieser Erlebens- und Verhaltens- Muster. Die DBT arbeitet mit dem sog. Skills (Fertigkeiten)-Training. Die wichtigsten Bereiche umfassen: Achtsamkeit Stresstoleranz Emotionsregulation Zwischenmenschliche Fertigkeiten Patienten lernen, diese Fertigkeiten systematisch zu üben und im Alltag anzuwenden, um ihre emotionale Stabilität und Lebensqualität zu verbessern. Eine Weiterentwicklung der DBT bezieht sich auf die Behandlung von Traumafolgestörungen. Auch hier beginnt die Therapie mit Psychoedukation und Stabilisierungsstrategien. Patienten lernen Skills zur Emotionskontrolle und zum Umgang mit Spannungszuständen. Bei Erreichung ausreichender Stabilität werden die traumatischen Ereignisse in einem sicheren Rahmen erneut erlebt, um sie autobiographisch einzuordnen und zu integrieren. Patienten lernen, belastende Gefühle zu akzeptieren, ohne destruktiv zu handeln. Ziel ist es, Hilflosigkeit, Kontrollverlust und Angst zu reduzieren und funktionale Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um emotionale Stabilität und langfristig wieder Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Quellen: M. Linehan, M. Bohus, R. Vonderlin

Klinische Hypnose (MEG)
Vorweg: Klinische Hypnose bzw. Hypnotherapie hat mit Showhypnose nichts gemein. Sie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren mit langer Tradition. Es gibt zahlreiche Studien zu ihrer Wirksamkeit bei verschiedenen Krankheitsbildern. Milton Erikson war ein Pionier dieser Fachrichtung aus den USA. Seine Methode ist lösungs- und ressourcenorientiert. Statt starrer Befehle werden indirekte Suggestionen und Metaphern genutzt, um unbewusste Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Trancezustände sind alltäglich. Wenn wir uns z.B. in Urlaubserinnerungen vertiefen, quasi den Salzduft des Meeres in der Nase, das Rauschen der Wellen im Ohr und das Glitzern der blauen Meeresoberfläche vor dem inneren Auge haben - dann befinden wir uns in einer (Alltags-)Trance, dann haben wir uns selbst hypnotisiert. Dies lässt sich trainieren und bewusst in den Alltag einbauen für eine bessere Entspannung, Ruhe und Gelassenheit. Denn unser Unbewusstes und unser Körper reagieren besonders gut auf innere Bilder. Trance - hervorgerufen durch Klinische Hypnose - ist gekennzeichnet durch Phänomene wie z.B.: Absorption (alle mentalen Ressourcen sind auf ein Wahrnehmungsobjekt ausgerichtet), Zeitlosigkeit, Ausblendung von Außenreizen, erhöhte Suggestibilität. Auch körperliche Veränderungen sind messbar, wie die verschiedene Aktivierung besonderer Hirnregionen, die den Ausstieg aus der Alltagslogik in die Translogik ermöglichen. In Hypnose werden auch scheinbar widersprüchliche Gegebenheiten akzeptiert. Das Denken wird flexibel. Es gilt weniger ein Entweder - Oder sondern ein Sowohl-als auch. So können neue Sichtweisen erworben und alte Überzeugungen umstrukturiert werden. In Trance begeben wir uns auf die Bilder- und Symbolebene. Manche Einsicht und Anregung erscheint symbolhaft. Das Unbewusste gilt nicht als bedrohlich, sondern als Quelle für Wissen, Erinnerungen bzw. Erfahrungen und ungenutzte hilfreiche Fähigkeiten. In meiner Praxis findet klinische Hypnose Anwendung: z.B. bei der Zielerreichung, wo beste Leistung gefragt ist, wo Kräfte mobilisiert werden sollen, bei Depressionen, Ängsten, Zwängen, in der Psychosomatik (u.a. Reizdarmsyndrom), bei der Bewältigung von Schmerzen, bei organischen Erkrankungen (z.B. bei Krebs, Immunerkrankungen bzw. Allergien). Und nicht zuletzt kann sie auch unterstützen bei der Raucherentwöhnung, beim Abbau von Übergewicht, etc. Wichtig zu wissen: Hypnose ersetzt nicht (!) die eigene bewusste Mitarbeit z.B. bei der Erreichung von Nikotinkarenz oder beim Abnehmen von Körpergewicht. Quellen: u.a. D. Revenstorf, G Schmidt, R. Colic
Entspannungsmethoden
zum Beispiel:
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Autogenes Training (AT)
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Progressive Muskelrelaxation (PMR)
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Atementspannung
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Bodyscan
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Imagination
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Meditation
Entspannungsmethoden sind sehr sinnvolle Ergänzungen, da die allermeisten psychischen Beschwerden mit innerer Unruhe, erhöhter körperlicher An- und Verspannung einhergehen, teils auch mit Bluthochdruck sowie nicht selten mit belastenden Ein- und Durchschlafproblemen. Ihre Wirkung von der physiologischer Seite her beruht auf der Umschaltung des vegetativen Nervensystems von Anspannung (Sympathikus-Aktivität) zu Ruhe bzw. zu Entspannung (Parasympathische Aktivität). Damit verbunden ist die Absenkung von Herzfrequenz, Blutdruck (Gefäßentspannung) und Sauerstoffverbrauch. Der Muskeltonus (Grundspannung der Muskulatur) lässt nach, wodurch chronische Verspannungen und damit auch Schmerzen gelöst bzw. verringert werden können. Psychologische bzw. kognitive Wirkprinzipien sind * die Wahrnehmungslenkung auf den eigenen Körper, auf den Unterschied zwischen An- und Entspannung (besonders eindrücklich in der PMR und der Atementspannung) sowie * die Selbst- bzw. Autosuggestion. Damit ist die Orientierung auf gedankliche Formeln (innere Worte, Sätze wie beim Autogenen Training) gemeint, die sich inhaltlich auf Ruhe, Wärme etc. beziehen. * Phantasiereisen bzw. Erinnerungen (mit allen Sinnen) von erholsamen Orten / Situationen etc. (wie bei der Imagination bzw. Selbsthypnose oder der geführten Meditation) gehören ebenfalls dazu. Die damit verbundenen (Wohlbefinden-)Gefühle unterstützen die vegetative Umschaltung. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden zwischen einem realen Vorgang und einer bloßen (intensiven) Erinnerung. Ein Beispiel: Stellen Sie sich bitte mal mit allen Sinnen eine Zitrone vor (wahlweise auch Ihren Lieblingsbraten), * wie sie aussieht, * wie sie sich anfühlt, * wie sie riecht und natürlich auch * wie - wenn sie kräftig in einen Zitronenschnitz hinein beißen - sie schmeckt. Läuft Ihnen schon das "Wasser im Mund" zusammen? Der "Speichelreflex" tritt für gewöhnlich ein, wenn wir reale Nahrung zum Mund führen, denn er ist Teil unserer Verdauung. Doch es reicht auch eine gezielte Erinnerung aus, um ihn auszulösen, unser Gehirn wird quasi veralbert. Ein wichtiges Wirkprinzip ist auch * die Konditionierung. Durch regelmäßiges Üben der Entspannungstechniken lernt das Gehirn, den Entspannungszustand immer schneller und tiefer abzurufen. Ich empfehle ausdrücklich die regelmäßige Nutzung entspannungsförderlicher Methoden. Sollten Sie unter ausgeprägten Schlafstörungen leiden, analysieren wir zusammen die Gründe und ich zeige Ihnen gern verschiedene erprobte Ansätze, wie sich Schlaf "einladen" lässt.
Embodimentmethoden
Embodiment bedeutet Verkörperung, und meint die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche. Der Körper ist die Bühne der Gefühle und Kognitionen. Empirische Forschung zeigt, dass nicht nur Gedanken und Gefühle im Körper Ausdruck finden, wenn wir z.B. gebeugt sind vor Gram, der Kopf hängt bei Niedergeschlagenheit oder sich erhebt über einer breiten Brust im Stolz, wenn wir strahlend hüpfen vor Freude. Auch umgekehrt bestimmen Körperausdruck, Körperhaltung und Bewegung unsere Gedanken, Gefühle und damit unsere Stimmung. Dieser - inzwischen auch neurobiologisch sehr gut erforschte - Zusammenhang findet in der modernen Psychotherapie dankbaren Widerhall. Die Therapie nutzt gezielt Übungen, die uns helfen, z.B. in einen entspannten, gelassenen Zustand zu kommen, oder auch in einen kraftvollen, selbstbewussten, gern auch in einen fröhlichen Zustand. Nichts können wir so schnell ändern - auch unter großem Stress - wie unsere Körperreaktionen (z.B. Atmung beruhigen), oder auch unsere Körperhaltung (z.B. sich hoch aufrichten, die Brust weiten) oder / und unsere Bewegungen (z.B. raus aus der Starre in Bewegung kommen, gehen, am besten mit schwingenden Armen, vielleicht auch mit Hüftschwüngen...). Versuchen Sie gern mal das eine oder andere. Es kann gut sein, dass Ihre Stimmung sich hebt. Im Stress sind wir oft im Tunnelblick und das lösungsorientierte Denken ist blockiert. Mit den passenden Embodiment-Übungen kann der Kopf frei werden für die anstehende Problembewältigung. Quellen: u.a. M. Storch, G. Hüther, C. Cross-Müller


Klinische Gerontopsychotherapie
Die Gerontopsychotherapie umfasst spezielle Diagnoseverfahren sowie die Behandlung älterer Menschen mit dem Schwerpunkt auf altersspezifischen Störungen, wie Altersdepressionen, Angststörungen, Abhängigkeitserkrankungen, Demenzen aber auch Traumafolgestörungen. Im Alter spielen körperliche Einschränkungen, chronische Erkrankungen, Schmerzen, zunehmende Verluste im nahen Sozial-Bereich, Trauer und Einsamkeit eine immer größere Rolle. Dazu kommen bei vielen Menschen auch Sorgen wegen kognitiver Einschränkungen und Angst vor der Entwicklung einer Demenz. Allerdings reden ältere Menschen beim Hausarzt oft nur über Erschöpfung, Schlafprobleme und Schmerzen. Psychische Probleme werden für sich behalten, als "zum Alter dazugehörend" missverstanden oder / und sind schambesetzt. Wenn Sie sich psychisch belastet fühlen, depressiv, mit Ängsten konfrontiert, kontaktieren Sie mich gern. Die Neurowissenschaft weiß längst, wir sind ein Leben lang lernfähig - bis ins hohe Alter hinein. Und Psychotherapie hilft, wie ich in meinem Beruf immer wieder erleben durfte, selbst wenn erste Konzentrations- und Gedächtnisprobleme augenfällig geworden sind. Psychotherapie bietet Zeit, Raum, Verständnis und Wertschätzung. Nach einer diagnostischen Phase (auf Wunsch auch mit neuropsychologischer Testbatterie) finden wir die passenden psychotherapeutischen Methoden, je nach Problematik. Eine ausführliche Aufklärung über die Erkrankung und die Wirkung der geplanten therapeutischen Schritte gehört dazu. Die Einbeziehung von Angehörigen ist meist wünschenswert, aber das entscheiden Sie. Egal welche Methoden zum Einsatz kommen, immer wird der Blick dabei auf die Lebenserfahrung der älteren Patienten gerichtet, auf ihre Stärken. Es geht um den Erhalt größtmöglicher Selbstbestimmung und die Wiedergewinnung von Lebensqualität und Lebensfreude, trotz vorhandener altersbedingter Einschränkungen. Beispiele für Therapiemethoden sind u.a. : * (kognitive) Verhaltenstherapie, * Entspannungstherapie * Lebensrückblick-/Reminiszenztherapie * Weisheitstherapie / Würdetherapie (Dignity Therapie) Quellen: u.a. A. Maercker, S. Forstmeier, S. Schmidt-Traub
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